Stanavforlant (STAnding NAVal FORce atLANTic) Teil
Am 24. März 1993 war es dann soweit. Die erste wirklich große Fahrt meines Lebens. Geplant war, neben den USA auch ein Besuch in Skt. Petersburg, wo wir als erstes deutsches Marineschiff und mit unserem Verband als erste Natoflotte einlaufen sollten. Aus politischen Gründen wurde jedoch die Route geändert, doch dazu später mehr. Unser Einsatz bestand darin, die FGS Lübeck im Verband der Stanavforlant (Ständiger Nato Einatzverband für den Atlantik) in Norfolk, Virginia abzulösen. Es gibt für Schiffe wie die Bremen innerhalb der NATO zwei solcher Verbände, einen für den Atlantik, einen für das Mittelmeer, doch auch dazu später im zweiten Teil. Wie bereits gesagt, ging die Reise am 24.03.1993 in Wilhelmshaven los. Unser erstes Ziel waren die Azoren, wo wir einen Bunkerstop einlegten und unsere Treibstoffvorräte ergänzten.
Bunkerstop Azoren 30.03.1993 - 31.03.1993
Noch war das Wetter gut und die Besatzung konnte sich am schönen Wetter des beginnenden Frühlings erfreuen. Aber das sollte sich bald ändern, den wir mußten auf den Azoren Kraftstoff bunkern. Und die Azoren sind bekannt, für die schnell wechselnde Wetterlagen. Nicht umsonst wird dort "Unser" Wetter gemacht. Am 30.3. sahen wir dann in den Morgenstunden die Inselgruppe der Azoren. Die Azoren gehören zu Portugal. Auf den Inseln wohnen knapp 250.000 Einwohner. Unser Hafen Ponta Delgada sollte auf der Insel Sao Miguel liegen. Der Aufenthalt war mit insgesamt 23 Stunden und 41 Minuten extrem kurz, so das eine besondere Wachreglung bei diesem Aufenthalt eingeführt wurde. So konnten alle die Insel erkundigen. Auch ich machte mich mit einigen Kameraden auf den Weg, diese Perle mitten im Atlantik zu erkundigen. Wir haben uns dazu entschlossen, ein Taxi für den halben Tag zu mieten und uns vom Fahrer die Sehenswürdigkeiten zeigen zu lassen. Es gibt insgesamt 2 verschiedene Arten von Taxis. Die deluxe Ausführung, mit dem wir gefahren sind, und die einfache Ausführung, mit dem meist die ärmere Landbevölkerung die weiten Wege von A nach B zurücklegen. Für mich war dieser Besuch der erste, der so weit weg von zuhause war. Es gab so viel zu sehen, Bananenstauden, tropische Vegetation und vieles mehr. Wie stark der Wetterumschwung sein kann, zeigt das letzte Bild. Hat doch tatsächlich der ein Sturm ein ganzes Schiff aus dem Meer gehoben und mit voller Wucht auf das Eiland geworfen. Besonders berühmt sind die Azoren neben dem Azorenhoch und dem Azorentief auch die heißen Quellen, die am Rande eines Vulkans aus dem Boden sprudeln. Leider war das Wetter an diesem Tag nicht wirklich so berauschend, es war bedeckt, aber zum Glück trocken, trotzdem hüllte sich der Vulkan in eine undurchsichtige Nebelbank, so das ich kein einziges Bild machen konnte. Viele Einheimische kommen an schönen Tagen zu den Quellen, um dort z.B. ein Picknick abzuhalten. Um das Essen zu garen, wird komplett auf den Grill oder Gasofen verzichtet. Dafür gibt es im Boden Löcher, wo das Kochgut einfach reingelegt wird. Den Rest erledigt Mutter Natur. Gäbe es doch so was hier in Deutschland, man könnte Geld sparen. Nach diesem für uns doch recht schönen Aufenthalt ging es dann weiter Richtung USA.
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USA, Norfolk, Washington 07.04. - 13.04.1993 und 1
Nach einer relativ unspektakulären Überfahrt kam schließlich am morgen des 07.04.1993 die Ostküste der Vereinigten Staaten von Amerika, genauer die Stadt Norfolk in Virginia, in Sicht. Dort sollten wir der Stanavforlant beitreten und unserem Schwesterschiff, die "FGS Lübeck" ablösen. Geplant war, das wir am Morgen des 07.04.1993 einlaufen sollten. Allerdings wurden die Pläne kurzfristig umgeändert, da ein kleinerer Verband zuerst einlaufen sollte. Wie sich schnell herausstellte, ein Flugzeug- Trägerverband um die "USS America". Somit verschob sich das Einlaufen geringfügig auf den frühen Abend und wir hatten Zeit, das auch für uns seltene Schauspiel aus der Nähe zu betrachten. Es ist schon beeindruckend, wenn ein solcher Verband an einem vorbei fährt, gibt es doch auf See aufgrund der Sicherheits- vorkehrungen nicht diese Möglichkeit. Nach dem Einlaufen erwarteten wir unseren Kommandeur und ehe wir uns versahen, waren wir auch schon Mitglied des Verbandes. Genau zur rechten Zeit kamen wir an, fand doch genau zu der Zeit das berühmte Azaleenfest statt, an dem wir auch mitmachten. Leider habe ich keine Bilder von diesem Ereignis, werde aber, sobald ich welche habe, diese hier einsetzen. Da wir natürlich auch Landgang in diesem vielleicht interessantesten Hafen meiner Laufbahn hatten, beschlossen wir, uns die Hauptstadt Washington anzuschauen. Die Marine organisierte eine Fahrt, an der auch ich teilnahm und am 07.04.1993 erreichten wir den Destrict of Columbia. Eine beeindruckende Stadt, besonders zur Osterzeit, wenn er überall blüht. natürlich haben wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten besucht, unter anderem das Lincoln Memorium, das weiße Haus, das Capitol (rechts ein Blick vom Capitol auf das Washington Monument) oder auch den Soldatenfriedhof Arlington mit dem Grab von J.F. Kennedy. Neben einigen Führungen gab es aber auch noch etwas Zeit, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Beson- ders angetan haben uns die Museen, war zumindest zu dieser Zeit der Eintritt frei. Ein Muss stellt das Luft und Raumfahrt- Museum dar. Neben Fluggeräten aus allen Zeiten sind auch teilweise Originale der Raumfahrt zu bestaunen. Allein das Triebwerk der mächtigen Saturn V Rakete ist ehrfurchtgebend. Auch ein Nachbau der Mondfähre oder die erste Begegnung zwischen der UdSSR mir den USA sind Teile der Ausstellung. Ein Tag wäre mit Sicherheit zu kurz, um alles zu sehen und wir hatten nur ein paar Stunden, so galt es, zumindest in dieser Zeit möglichst viel zu sehen. Zu der Zeit, in dem wir Washington besuchten, fand eine Ausstellungen statt zum Thema Star-Trek, als alter Trekkie natürlich genau das richtige. Auch einen kleinen Shop gab es, wo es unter anderem echtes Astronautenessen zu erstehen gab. Ich versuchte die getrockneten Erdbeeren, vergaß aber, das man vor dem Genuss diese mit Wasser einweichen lassen sollte und hatte so einen recht eigentümlichen Geschmack im Mund. Natürlich darf bei einem Besuch in Washington eine Sehenswürdigkeit nicht vergessen werden, das Weiße Haus. Da wir am Ostermontag diese Stadt besuchten, war an eine Führung nicht zu denken, die Schlange war mehrere Kilometer lang. So blieb nur, das wohl berühmteste Gebäude der USA von Außen zu betrachten. Besonders Interessant war dabei die Begegnung mit einigen Japanern. Ich hörte nur ein Auto Quietschen, 3 Japaner stiegen aus, schnell 2 oder 3 Fotos machen, einsteigen und schon war der Spuk vorbei. Gut, das ich doch etwas mehr Zeit hatte *g. Beim zweiten Besuch wollte ich diese Stadt noch mal besuchen, aber dazu kam es nicht mehr.
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New York 19.04. - 26.04.1993
Bei unserem zweiten Aufenthalt in Norfolk hatten viele der Besatzungsmitglieder die Möglichkeit, einige tage Urlaub zu nehmen und die Gegend auf eigene Faust zu erkunden. Während einige die Möglichkeit wahrnahmen, nach Florida zu fliegen, entschied ich mich dazu, nach New York zu fahren. Aufgrund meiner Finanzen fuhr ich mit dem Bus, zuerst nach Washington, dann nach New York. Leider hatte ich mich verkalkuliert und der Aufenthalt in der Hauptstadt war leider so kurz, das ich nicht mehr in die Stadt kam. So war ich gegen 5 Uhr morgens dann im Big Apple. Zuerst suchte ich mir ein günstiges Hotel, was ich dann auch fand. Es befindet sich direkt am Times Square. Links die Aussicht aus meinem Zimmer. Es war wirklich billig. Das Zimmer befand sich im 18ten Stock und ich lief jedes mal die Treppen. Am ersten Tag schon spielte der Aufzug verrückt, die Türen ließen sich nicht schließen und er stotterte. Dann lieber laufen und sicher ankommen *gg. Wenigstens waren die Zimmer relativ sauber, es gab kaum Kakerlaken. Nachdem das Zimmer gebucht war, ich mich von der doch fast 16stündigen Fahrt erholt hatte, ging es auf Entdeckungstour. Zuerst zur Miss Liberty, der Freiheitsstatue, anschließend zum World-Trade-Center, wo allerdings die Aussichtsplattform wegen dem Autobombenanschlag, der kurz davor stattfand, noch geschlossen war. Mein Wunsch, dieses später nachzuholen, ist leider, wie wir alle wissen, nicht mehr möglich. So ging ich zum Empire-State-Building, dem nun wieder höchsten Gebäude NewYorks. Es ist schier unglaublich, Menschen und Automobile sehen aus wie kleine Ameisen. Allein die Fahrt zur Aussichtsplattform ist ein Erlebnis, besonders, wenn die Expressaufzüge genommen werden. Oben dann die unglaubliche Aussicht, leider an meinem Tag etwas diesig. Trotzdem ein bleibendes Erlebnis, welches ich auf gar keinen Fall missen möchte. Neben dem Empire-State-Building gibt es noch andere beeindruckende Bauwerke, einige klein und eher unscheinbar, andere groß und prächtig. Hier einige der Wolkenkratzer und kleineren Gebäuden. Die Auswahl ist noch größer, würde aber meinen bei weitem sprengen. Natürlich darf eine Shoppingtour genau so wenig fehlen wie ein Spaziergang im Zoo oder dem berühmten Central Park, wo neben den ersten sonnenhungrigen auch aktive Freizeitsportler ihrer Leidenschaft nachgehen. Natürlich gibt es wie in jedem Film über diese Metropole auch die Möglichkeit, diesen Park mit der Droschke zu erkunden, aber wie gesagt, ich bin dauerpleite *gg und habe kein Geld. Übrigens, wer sich den Straßennamen merkt, sollte nicht vergessen, die Straßennamen sind nicht nur durchnummeriert, sie sind auch in West und Ost aufgeteilt. Wer dieses nicht weiß oder vergisst, kann durchaus, so wie ich in die falsche Richtung laufen und darf einen schönen Spaziergang unternehmen. Das soll es erst einmal gewesen sein. Die Rückfahrt verlief ohne Probleme und am 26.04.1993 liefen wir Richtung Lissabon aus. Davon im zweiten Teil dann mehr.
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